Im Hintergrund eine Fundkarte von Albert Steeger    

Herzlich willkommen auf den WorldWideWeb-Seiten der Archäologie in Krefeld . . . . . . . . . . Hier vermitteln wir Spannendes und Wissenswertes über Archäologie im Internet . . . . . . . . . . Jetzt neu auf unseren Seiten das virtuelle Museum Burg Linn . . . . . . . . . . Und Neuigkeiten von archäologischen Ausgrabungen des Museums Burg Linn im Stadtgebiet von Krefeld . . . . . . . . . . Wußten Sie schon, dass es in Krefeld-Elfrath einen rekonstruierten römischen Tempel gibt ? ? ? ? ?. . . . . . . . . . Oder dass es in Krefeld-Gellep das größte zusammenhängende und modern ausgegrabene römisch-fränkische Gräberfeld nördlich der Alpen gibt ?. . . . . . . . . . Wenn nicht, dann schauen Sie sich unsere Webseiten der Bodendenkmalpflege an.


Logo von Detlef Stender. Das Symbol zeigt das Stadttor und die Mauer von Gelduba und darüber einen Würfel. Im Hintergrund fließt der Rhein.
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Museumsrundgang

 

Erdgeschoss

Raum 5

Museum
Burg Linn
 
Herzlich willkommen im Museum Burg Linn

 

 

 

Römische Zeit

Vitrine 18 - 21

 Graffiti

Ritzinschriften auf römischen Gefäßen

iele Gefäße aus römischen Kastellen, so auch aus Gellep, tragen eingeritzte Besitzermarken. Gekennzeichnet wurde vor allem das persönliche Geschirr. Teller und Tassen das gewöhnlich in den Vorraum der Unterkünfte auf Wandbrettern nebeneinander aufgestellt war.

Meist stehen die Namen - besitzanzeigend - im Genitiv. Es gibt aber Ausnahmen so heißt es in unserem Beispiel: IVSTVS statt IVSTI. Die eigentlichen Namen Titus. Iulius. Marcus etc. kürzte man meist ab oder ließ sie ganz fort. Ausgeschrieben wurden dagegen die für eine Unterscheidung besser geeignete Gentilnamen Cognomen oder "Spitznamen". Gelegentlich tritt dazu ein Hinweis auf die militärische Einheit oder den dienstlichen Rang.

IX T(ITVS) CRES(ENTIVS) MARTINVS vollständiger Name   "Der Kriegerische" (von Mars)

IVSTVS                                "Der Gerechte"

CASIVS bzw. CASSIVS    "Der Behelmte"

HORTVS                             "Der Muntere"

GERTO        "?(unrömisch oder verschrieben vielleicht von GESTOR "Neuigkeitskrämer"

 TERRA SIGILLATA 

das hochwertige rote Tafelgeschirr

as charakteristische römische Tafelgeschirr mit roten Glanzüberzug konnte nicht in kleineren regionalen Töpfereien hergestellt werden, sondern erforderte spezialisierte Handwerksbetriebe. Davon gab es nur wenige und dementsprechend musste die Ware über größere Entfernungen verhandelt werden.

In der Zeit des Augustus (27 v. - 14 n. Chr.) beschränkte sich der Gebrauch von TERRASIGILLATA ausschließlich auf die römischen Legionssoldaten. Das Geschirr wurde im Gepäck mitgeführt oder aus den Werkstätten von Arrezo (Italien) an die Truppen geliefert. Zur Zeit des Tiberius (14 n. Chr. - 37 n. Chr.) arbeiteten bereits einige Filialbetriebe in Südgallien ( z.B. La Graufesenque und Banassac) und der Absatz erreichte besser gestellte Haushalte in zivilen Orten.

it der steigenden Verbreitung wanderten die Werkstätten immer weiter nach Norden in Richtung auf die bevölkerungsreichen Städte und Kastelle im Limesbereich. Dekor und Ausführung des Geschirrs wurden unterdessen jedoch immer schlechter. Man sieht, dass es sich jetzt um Massenware handelt.

Am Ende des dritten Jahrtausends verschwand schließlich auch der bei den Germanen so beliebte figürliche Schmuck der großen Schüsseln zugunsten einfacher plastischer oder eingestempelter Ornamente.

 

 

 

 

 Beschreibung der Funde

Raum 5  / Vitrine 18-21  /  Abb. 1

 Terra-Sigillata

erra-Sigillata-Gefäße aus dem 1. Jahrhundert nach Chr.

1, 2  La Graufesenque.
       Anfang 1. Jahrhundert. Fundort:
       Asberg, alle übrigen Gefäße
       aus Gellep

 3     Banassac. 60-80 n. Chr.

 4    Banassac. Ende 1. Jahrhundert

 

Raum 5  / Vitrine 18-21  /  Abb. 5

 Terra-Sigillata

erra-Sigillata-Gefäße aus dem 2. Jahrhundert nach Chr.

 5    Lezoux.
       1. Hälfte des 2. Jahrhunderts

 6    La Madeleine.
       Mitte 2.  Jahrhundert

 7    Sinzig.
       Mitte 2. Jahrhundert

 8    Trier.
       Ende 2. Jahrhundert

Auch in den öffentlichen Lokalen (TABERNAE oder COCINAE) des Lagerdorfes wurden Gefäße beschriftet.

Krug mit zwei Strichlisten

Raum 5  / Vitrine 18-21  /  Abb. 5

 Zweihenkelkrug

berteil eines Zweihenkelkruges mit Besitzangabe T(itus) CARVS und davor Scherbe eines ähnlichen Kruges mit Angabe des Inhaltes: IS CERVESI  = Bier

spätrömischer Trinkbecher mit Angabe des Besitzers: ORILLIO

Raum 5 / Vitrine 22 /  Abb. 6

 Ziegelstempel

eim römischen Militär war es üblich einzelne Ziegel, wahrscheinlich die zuoberst liegenden auf abgezählten Stapeln, mit einem Herkunftsstempel zu versehen. Anfangs war die Herstellung von Ziegeln allein Sache der Legionen , die zu diesem Zwecke auch eigene Bauabteilungen unterhielten. Die meisten Stempel, die man in den Hilfstruppenkastellen findet, stammen daher von den benachbarten Legionen. In solchen Fällen, z.B. wenn Spezialziegel gebraucht wurden, machten sich einzelne Hilfstruppen auch selber an die Ziegelproduktion. Eine solche Situation war der Bau des ersten Bades in Gellep. Die meisten Dach- und Mauerziegel konnte man zwar von der 22. Legion aus Xanten beziehen, die großen Sonderziegel für die schwebenden Fußböden dagegen musste man selber herstellen. Später gab es auch größere private Unternehmer, die Ziegelwünsche der Armee erfüllen konnte. Zu ihnen gehört der in Stratum bei Gellep arbeitende MARCUS VAL Seit dem 2. Jh. findet man zudem häufiger neutrale Militärziegel, die als Hersteller nur das Niedergermanische Heer nennen, oder aber eine Bauabteilung (ex MILITIBUS bzw. VEXILLATIO) des Heeres ERIUS SANO..

 

Abb. 1
Terra-Sigillata mit verschiedenen Bildmotiven

Raum 5  / Vitrine 18-21
 

Abb. 2
Terra-Sigillata mit verschiedenen Bilderge-schichten am Fuß Graffiti

Raum 5  / Vitrine 18-21
 

Abb. 3
Terra-Sigillata mit verschiedenen Bilderge-schichten am Fuß Graffiti

Raum 5  / Vitrine 18-21
 

Abb. 4
Terra-Sigillata mit verschiedenen Bildmotiven. Am Fuß Graffiti

Raum 5  / Vitrine 18-21
 

Abb. 5
Terra-Sigillata mit verschiedenen Bildmotiven. Am Fuß Graffiti

Raum 5  / Vitrine 18-21
 

Abb. 6
Doppelhenkelkrug mit Graffiti

Raum 5  / Vitrine 18-21
 

Abb. 7
Ziegelstempel

Raum 5  / Vitrine 22
 

 


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