Im Hintergrund eine Fundkarte von Albert Steeger    

Herzlich willkommen auf den WorldWideWeb-Seiten der Archäologie in Krefeld . . . . . . . . . . Hier vermitteln wir Spannendes und Wissenswertes über Archäologie im Internet . . . . . . . . . . Jetzt neu auf unseren Seiten das virtuelle Museum Burg Linn . . . . . . . . . . Und Neuigkeiten von archäologischen Ausgrabungen des Museums Burg Linn im Stadtgebiet von Krefeld . . . . . . . . . . Wußten Sie schon, dass es in Krefeld-Elfrath einen rekonstruierten römischen Tempel gibt ? ? ? ? ?. . . . . . . . . . Oder dass es in Krefeld-Gellep das größte zusammenhängende und modern ausgegrabene römisch-fränkische Gräberfeld nördlich der Alpen gibt ?. . . . . . . . . . Wenn nicht, dann schauen Sie sich unsere Webseiten der Bodendenkmalpflege an.


Logo von Detlef Stender. Das Symbol zeigt das Stadttor und die Mauer von Gelduba und darüber einen Würfel. Im Hintergrund fließt der Rhein.
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Museumsrundgang

 

Erdgeschoss

Raum 1- 3

Museum
Burg Linn
 
Herzlich willkommen im Museum Burg Linn

 

 

 

Eisenzeit

Vitrine 3-7

Die Niederrheinische Bevölkerung nach römischen Berichten

ber die Stämme des Niederrheins unterrichtet uns als erster der römische Feldherr G. I. Caesar, der Gallien (Frankreich und das angrenzende Land bis zum Rhein) in den Jahren 58 - 51 v. Chr. eroberte und als neue Provinz dem Römischen Reiche einverleibte.

Nach Caesar wurde der Niederrhein von germanischen Stämmen bewohnt. Und zwar von Stämmen, die nicht erst zuvor hier eingewandert waren, sondern die schon seit langer Zeit hier siedelten. Allerdings berichtet er von zwei weiteren Stämmen, den Usipetern und Tenkterern, die erst im Jahre 56 nach längerer Wanderschaft aus dem Inneren Germaniens an den Niederrhein kamen.

Im Westen grenzte das Gebiet der Niederrheingermanen an das der Belger, die Caesar als eigenes Volk neben Kelten und Germanen stellte, und im Süden an das der Kelten, bzw. Gallier im engeren Sinne.

Das von den Niederrheingermanen eingenommene Siedlungsgebiet lässt sich ungefähr mit dem Verbreitungsgebiet der archäologisch festgestellten Niederrheinischen Grabhügelkultur zur Deckung bringen. Daraus ergibt sich, dass der Niederrhein nicht erst durch eine Einwanderung germanisch wurde, sondern von Anfang an, seit der Herausbildung des Volkes, zum Siedlungsgebiet der Germanen gehört hat.

 

Tracht und Kleidung der Eisenzeit

Raum 3 / Vitrine 7 / Abb. 8

Der Mann

ekonstruiert nach Moorfunden und Darstellung gefangener auf der Markussäule in Rom.

Der Mann trug einen hemdartigen Kittel und eine Hose mit angenähten Füßlingen. Darüber einen Mantel, der an der Schulter durch eine Nadel (in der jüngeren Eisenzeit durch eine Fibel / Spange) zusammengehalten wurde.

Raum 3 / Vitrine 7 / Abb. 8

Die Frau

Die Frau trug ebenfalls einen hemdartigen Kittel. Der Kittel konnte bodenlang sein oder mit einem Rock kombiniert werden. Das Oberkleid war nicht zugeschnitten wie der Mantel des Mannes. Es wurde um den Körper drapiert und meist unten hochgebunden. Auf der Schulter hielten es eine oder zwei Nadeln (später Fibeln) zusammen. Der Gürtel wurde gelegentlich mit einem eisernen Doppelhaken geschlossen.

Häufig getragene Schmuckstücke bildeten Halsringe oder Ketten, Armringe und auch Ohrringe.

Im Detail unterlag die Tracht jedoch - auch innerhalb der Niederrheinischen Grabhügelkultur - regionale Unterschiede. Beim derzeitigen Stand der Forschung können diese allerdings noch nicht deutlich herausgearbeitet werden.

 

 

 

 Beschreibung der Funde

Raum 1  / Vitrine 3 / Abb. 2

 Eisenzeitliche Herdstelle

  Rekonstruktion

ie Herdstelle ist die wichtigste Einrichtung der Küche, Sie diente nicht nur zum Kochen, sondern bildete auch die einzige Heizeinrichtung des Hauses, Backöfen lagen nur in Ausnahmefällen innerhalb des Gebäudes (siehe Hausmodell aus Vreden im 2. Raum).

Der Herd liegt durchweg als freie umgehbare Feuerstelle im Raum.

Gemeinschaftsmühlen waren in der Eisenzeit noch nicht gebräuchlich, so dass jede Hausfrau ihr Mehl selber mit Hilfe eines Mahlsteins herstellen musste, hier handelt es sich um einen eiszeitlichen Geschiebeblock (gefunden in Bösinghoven). In Praest verwendete man jedoch einen aus der Eifel importierten Mahlstein aus Basaltlava (einen sogenannten Napoleonshut). Die Steine waren zwar schwer, jedoch mit dem Schiff leicht an den Niederrhein zu transportieren. In der Nähe von Moers wurde vor einigen Jahren eine ganze Schiffsladung "Napoleonshüte" in einer Kiesgrube freigelegt.

 

Raum 1  / Vitrine 3 / Abb. 1, 2

 Küche aus der Eisenzeit

ie Nachbildung der eisen-zeitlichen Küche beruht auf einem Grabungsbefund von der Blouswardt, einer künstlichen Aufschüttung (Wurft) in einer Rheinaue bei Emmerich-Praest. Die "Küche" gehört zu einem Haus der älteren Eisenzeit (um 500 v. Chr.). Sie bildete einen Ausschnitt aus dem Wohnteil des Hauses, der mit der Diele verbunden und nicht durch Innenwände unterteilt war. Lediglich der Stall wurde durch eine (niedrige) Scherwand abgetrennt.

 

Raum 1  / Vitrine 4 / Abb. 2

 Eisenzeitliches Grubenhaus

  Grubenhaus mit Vorratsgrube aus Bedburg-Harff um 200 v. Chr.

rubenhäuser - kleine, halb in den Boden eingetiefte Hütten - sind in der Eisenzeit nur selten am Niederrhein angelegt worden. Am Mittelrhein sowie in Hunsrück und Eifel stellten sie dagegen eine geläufige Bauform dar. Erst um Chr. Geburt findet man sie auch auf den Höfen des unteren Niederrheins (z.B. in der Siedlung von Vreden) und im weiteren norddeutschen Raum. Das Bedburger Grubenhaus ist deswegen ein frühes Beispiel für das Vordringen dieser Bauform nach Norden.

Dargestellt ist im unteren Bereich der Wand ein Querschnitt durch den Befund bei der Ausgrabung und im oberen Wandbereich eine Rekonstruktion des Grubenhauses.

 1 moderner Ackerboden

 2 eisenzeitlicher Füllboden mit Scherben  und anderen Kulturresten

 3 Lehmschicht am Boden des Grubenhauses

 4 Pfostengrube

 5 Zersetzungshorizont des Lösbodens mit geringem Kalkanteil

 6 gelber, kalkreicher Löß

Die eisenzeitliche Geländeoberfläche lag im Bereich des modernen Ackerhorizontes.

 A spätrömischer Trinkbecher mit Angabe des Besitzers: ORILLIO

 

 

Abb. 1
Eisenzeitliche Küche

 Raum 1 / Vitrine 3
 

Abb. 2
Eisenzeitliche Küche

Raum 1 / Vitrine 3
 

Klicken Sie auf dieses Bild um es zu vergrößern.

Abb. 3
Eisenzeitliches Grubenhaus

Raum 2 / Vitrine 4
 

Abb. 4
Stammesgebiete am unteren Niederrhein

Tafel  IV
 

Abb. 5
Metallverarbeitung und Töpferhandwerk

Raum 3 / Vitrine 5
 

Abb. 6
Bronzezeitliche Beilformen,
1 Flachbeil, 2 Randleistenbeil,
3 Tüllenbeil

Raum 3 / Vitrine 7
 

Abb. 7
Eisenzeitliche Keramik

Raum 3 / Vitrine 7

Abb. 8
Eisenzeitliche Tracht

Raum 3 / Vitrine 7
 

Abb. 9
Eisenzeitliche Keramik

Raum 3 / Vitrine 7
 

Abb. 10
Eisenzeitliche Keramik

Raum 3 / Vitrine 7
 


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