Im Hintergrund eine Fundkarte von Albert Steeger

Die Sonne, lebensspendende Kraft der Erde... 

Der Mond, auch er hat eine große Bedeutung für den Menschen...

Herzlich willkommen auf den WorldWideWeb-Seiten der Archäologie in Krefeld . . . . . . . . . . Hier vermitteln wir Spannendes und Wissenswertes über Archäologie im Internet . . . . . . . . . . Jetzt neu auf unseren Seiten das virtuelle Museum Burg Linn . . . . . . . . . . Und Neuigkeiten von archäologischen Ausgrabungen des Museums Burg Linn im Stadtgebiet von Krefeld . . . . . . . . . . Wußten Sie schon, dass es in Krefeld-Elfrath einen rekonstruierten römischen Tempel gibt ? ? ? ? ?. . . . . . . . . . Oder dass es in Krefeld-Gellep das größte zusammenhängende und modern ausgegrabene römisch-fränkische Gräberfeld nördlich der Alpen gibt ?. . . . . . . . . . Wenn nicht, dann schauen Sie sich unsere Webseiten der Bodendenkmalpflege an.


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Am Abschnittswall neben einem Waldweg steht ein Schild, dass auf das bedeutende
 Bodendenkmal im Stadtgebiet von Krefeld aufmerksam macht.
 


Die mathematische Grundlage

ie Idee dazu lieferte mir die Tatsache, dass aus der Fläche unter einer Funktionsgleichung, also das Integral der Funktion, leicht auf die Höhe eines Rechtecks geschlossen werden kann. Wenn die Fläche unter der Funktion und die Fläche des Rechtecks gleich gesetzt werden.
 

Computerunterstützung mit dem Tabellenkalkulationsprogramm Excel

as Programm Excel bietet die Möglichkeit die Berechnung durchzuführen und anschließend aus den Daten einen graphischen Ausdruck von der Mauerhöhe darzustellen. (Abb. 2)

Basisdaten für die Rekonstruktion

uf Basis der  Ausgrabungszeichnungen - Grabungen auf dem Hülser Berg in den Jahren von 1908 -1911 wurden die Daten  in Excel eingegeben. Der Grabungsschnitt I, erwies sich als die beste Schnittansicht hierfür. Im Schnitt ist noch gut erhalten ein Teil der Mauerbasis und  die sogenannte Berme zu erkennen. Geht man davon aus, dass nach dem Brand der Holzerdemauer das Bauwerk nicht abgetragen wurde, sondern der Witterung ausgesetzt war, dann ist ein Teil der Erdmassen vor und hinter die ehemalige Mauer als Versturz  in den Graben und auf die Berme geflossen.

Der Volumenanteil der Schwellbalkenkonstruktion wurde prozentual in die Berechnung mit eingerechnet.

Über den Grabungsschnitt legt man nun ein Koordinatensystem in x-und y-Richtung. Wobei Y die Höhe und X die breite der Mauer darstellt. Siehe (Abb. 2)


Ergebnis der Berechnung und Abschließende Bemerkungen

ls Ergebnis erhält man eine Mauerhöhe von ca. 3,50 m angezeigt (Abb. 2). Die Mauerbreite ergibt sich hierbei aus dem vorliegenden Planum der Grabung, die eine Breite von ca. 1,80 m hat (Abb. Ergebnisser der Grabungen auf dem Hülser Berg.1). Ein genaueres Ergebnis der Mauerhöhenberechnung könnten spätere Grabungen an anderen Bereichen der Mauer liefern. Hierbei würde die Genauigkeit der Berechnung erheblich verbessert. Auch der Anteil der verwendeten Holzmassen für die Berechnung ist zu optimieren. Daten aus der experimentelle Archäologie, könnten da einen entscheidenden Beitrag leisten.
 

 

 
 

Abb. 1
Lage der Wallanlage auf dem Hülser Berg
und Zeichnung des Planums und des Schnittes I
der Holz- Erdemauer
 

 

 

Abb. 2

Ein Klick auf das Bild und Sie sehen das Ergebnis der Berechnung

Rekonstruktionsversuch des "MVRVS GALLICVS" vom Hülser Berg

uf dem folgenden Abschnitt versucht der Verfasser erstmalig eine Rekonstruktion der Mauer zu beschreiben die auf dem Ausgrabungsbefund und der mathematischen Ermittlung der Mauerhöhe basiert. Im Ausgrabungsbefund ist im Schnitt eine Berme erkennbar. Die sogenannte Berme ist eine Maueranschüttung die zusätzlich den Druck der Mauer aufnimmt.


Im Modell
(Abb. 3) sind die beiden vorgelagerten Wälle und Gräben sowie die Anrampung (Berme) hinter der Mauer nicht dargestellt.

Im Bild erkennen wir deutlich den Aufbau der Mauer. Sie besteht aus einer Balkenkonstruktion, die sich in  Quer- und Längsbalken gliedert. Die Balkenfelder werden mit Erde oder Steinmaterial aufgefüllt. Da bei den Ausgrabungen auf dem Hülser Berg meines Wissens kein Steinmaterial im Befund vorlag, ist entgegen dem Bild (Abb. 3) von einer "reinen Holz-Erde-Mauer" auszugehen. Die Balkenkonstruktion wird wie im Bild dargestellt in Holzzapftechnik ausgeführt worden sein.
Die innere Balkenkonstruktion fängt die Horizontalkräfte die im Erdreich wirken auf.

Die Feindseite wurde vermutlich mit einer Holzbohlenkonstruktion verblendet, in deren Front in regelmäßigen Abständen Pfosten eingelassen waren. Vor dem "MVRVS GALLICVS" schloss ein doppelter Graben an dessen Spuren heute noch im Gelände sichtbar sind.

 

 

 

Die Ausgrabungsergebnisse von (1908-1911) sind vergleichbar mit dem Schutzwall auf dem Münsterhügel von Basel (Schweiz).

Letzte Sicherheit in der Interpretation der Befunde können nur durch weitere Ausgrabungen gemacht werden. Die beiden Bilder links und rechts, zeigen den heutigen Erhaltungszustand der Wälle und Gräben.

 
 
 
 
 

Erstellung eines digitalen Geländemodells der Wallanlage auf dem Hülser Berg

Abb. 1

Krefeld-Hüls. Eisenzeitlicher Abschnittswall Topografie

ie Höhenbefestigung auf dem Hülser Berg wird in die vorrömische Eisenzeit datiert. Es handelt sich um das nördlichste Denkmal dieser Art am linken Niederrhein. Anfang des 20. Jahrhunderts fanden auf dem Gelände kleinere Ausgrabungen statt, die vor allem der Befestigungsanlage selber galten. Eine genaue Aufmessung existierte bislang nicht. (Abb. 1, 2).

Abb. 2

Krefeld-Hüls. Eisenzeitlicher Abschnittswall. Übersichtsplan

Für die Dauerausstellung des Museums soll ein neues Modell der Anlage erstellt werden. Als Vorarbeit hierfür wurde im Herbst 2005 ein digitales Geländemodell  (DGM) auf Grundlage einer genauen Neuvermessung des ganzen Areals angefertigt. Das DGM ist gleichzeitig ein wichtiger Teil der Denkmälerinventarisation auf dem Krefelder Stadtgebiet; es ermöglicht z. B. die langfristige Beobachtung von Erosionsschäden am Denkmal.

Abb. 3

Krefeld-Hüls. Eisenzeitlicher Abschnittswall. (Punktaufnahme der zurückgelegten Laufwege)

Für die Erstellung des DGM werden mehrere 1000 Punkte im Gelände mit einer Totalstation (Infrarot-Laser-Theodolith) aufgenommen (Abb. 3), was sich wegen des starken Bewuchses des Geländes als äußerst zeitraubend erwies. Die Punkte wurden digital weiter verarbeitet; zunächst wurde jeder Punkt mit seinen Nachbarpunkten verbunden.

Abb. 4

Krefeld-Hüls. Eisenzeitlicher Abschnittswall. (TIN-Trianguläres irreguläres Netz)

 So entstand als erste Stufe des DGM eine Art "Drahtgittermodell" (TIN-Trianguläres irreguläres Netz) (Abb. 4). Durch Interpolation wurden weitere Punkte eingerechnet und das DGM geglättet. Das DGM lässt sich in verschiedenen Varianten, etwa als gerenderte Abbildung darstellen. Es ist geplant, die unzugänglichen Bereiche des Areals (Wildgehege) durch beim Landesvermessungsamt erhältliche Rasterdaten im DGM zu ergänzen.

Abb. 5

Krefeld-Hüls. Eisenzeitlicher Abschnittswall. Fertiges DGM, gerändert
Das Museum Burg Linn dankt der Außenstelle Olpe des WMfA für technische Hilfe


Hinweis

Anfang unseres Jahrhunderts (1908 - 1911) fanden Ausgrabungen in dieser Wallanlage durch das Rheinische Landesmuseum in Bonn statt. Mehrere Schnitte durch Wall und Gräben und auch im Innenraum wurden angelegt. Zusammenfassungen dieser Untersuchungen wurden jeweils im Berichtsteil der Bonner Jahrbücher veröffentlicht. Diese Berichte und ein Artikel von D. ELLMERS (1969), der aber nur eine Zusammenfassung der Berichte in den Bonner Jahrbüchern und einen Lageplan der Anlage beinhaltet, sind die einzigen Veröffentlichungen geblieben, die als Grundlage zur Beschäftigung mit dieser Wehranlage dienen können. Daher haben der Verf. und Herr Thomas Ruppel 1983 einen Artikel Veröffentlicht mit dem Titel "Zur Wallanlage auf dem Hülser Berg bei Krefeld". Dieser Aufsatz wird Ihnen als PDF- Datei unter Entdeckungen zur Verfügung gestellt.

Mein besonderer Dank gilt Herrn Wilfried Köpper von der TERTIA in Krefeld
 für seine Unterstützung der Excelanwendung

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