Im Hintergrund eine Fundkarte von Albert Steeger    

Herzlich willkommen auf den WorldWideWeb-Seiten der Archäologie in Krefeld . . . . . . . . . . Hier vermitteln wir Spannendes und Wissenswertes über Archäologie im Internet . . . . . . . . . . Jetzt neu auf unseren Seiten das virtuelle Museum Burg Linn . . . . . . . . . . Und Neuigkeiten von archäologischen Ausgrabungen des Museums Burg Linn im Stadtgebiet von Krefeld . . . . . . . . . . Wußten Sie schon, dass es in Krefeld-Elfrath einen rekonstruierten römischen Tempel gibt ? ? ? ? ?. . . . . . . . . . Oder dass es in Krefeld-Gellep das größte zusammenhängende und modern ausgegrabene römisch-fränkische Gräberfeld nördlich der Alpen gibt ?. . . . . . . . . . Wenn nicht, dann schauen Sie sich unsere Webseiten der Bodendenkmalpflege an.


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Die Entdeckungsgeschichte

m Hülser Bruch wurde im Wegbereich eine ca. 30 m tiefe Bohrung vom Umweltamt der Stadt Krefeld eingebracht, um dort an der Sohle eine Wasseranalysemessstation einzubauen. (Abb. 1)

Die Wasserqualität des Grundwassers, soll dort auf Schadstoffbelastung hin untersucht werden.

Eine in der Nähe gelegene Mülldeponie könnte durch das Eindringen von Regenwasser im Innern der Deponie belastetes Sickerwasser entstehen lassen, so dass unter Umständen das Oberflächennahe und Tieferlegende Grundwasser ebenfalls mit Schadstoffen belastet wird.

Der Inhalt der Bohrung gelangte  in einen Müllcontainer.

Dort fand  der Verfasser Muscheln und Holzreste. Da direkt an dieser bekannten Rinne ein mesolithischer Fundplatz liegt, hat der Verf. die Funde aufgelesen. Vom Bauleiter wurden die genauen Profiltiefen der Bohrung  übernommen.
 

 

 

 

 

Das Holz

ines der Holzstücke, das Sie links sehen, wurde innerhalb von zwei Tagen aus dem Container, der das Bohrmaterial enthielt,  entnommen. (Abb. 2) Der Erhaltungszustand kann  als außergewöhnlich gut bezeichnen werden, bedenkt man schließlich an das Alter des Stückes von ca. 300 000 Jahren. Eine genaue Altersbestimmung, scheidet aus Kostengründen aus. 

Die Muschel

ie Muschel, die Sie links auf der (Abb. 3) sehen, wurde laut Herrn Dr. HOLGER RITTWEGER als eine tertiäre Glycymers angesprochen, die auch in den Mainzer Sanden vorkommt.

Der Weg zur Untersuchung

  1. Entdeckung der Funde

  2. Ein Tag später. Aufnahme der dazugehörigenden  Schichten durch das Bohrunternehmen

  3. Kontaktaufnahme zum beauftragten geologischen Dienst

  4. Suche nach Instituten, die eine Bestimmung der Proben durchführen können.

  5. Kontaktaufnahme und Abstimmung
     

Das Bohrloch

nten sehen Sie das Bohrprofil, das vom Bohrunternehmen für die Stadt Krefeld erstellt wurde. (Abb. 4) Die Schicht, aus der die  Holzreste und Muscheln stammen, sind in der Darstellung rot markiert.

 

Funde

Abb. 2
Holz aus der Holstein Warmzeit
Abb.3
Glycymeris
Tiefe in [m] bis

Erbohrte Schichten

-0,7

Muterboden, braun

- 1,70

Lehm, braun

- 2,50

Mittelsand, stark grobsandig, schwach lehmig, braun

- 3,40

Kies, stark grobsandig, braun

- 4,90

Ton, grau

- 7,40

Braunkohle + Ton

- 9,40

Ton, grau

- 11,60

Grobsand, stark mittelsandig, grau

- 13,90

Kies, stark mittelsandig, grau

- 16,90

Grobsand, schwach feinkiesig, grau

- 20,50

Mittelsand, grau

- 36,00

Kies, stark grobsandig, grau

- 37,00

Feinsand, grau-grün

Abb.4
Das Profil der Bohrung. (Grafik unmaßstäblich)
 


Untersuchungsbericht zu einigen Hölzern

von Ursula Tegtmeier

ie zur Untersuchung vorgelegten Hölzer wurden von Herrn Detlef Stender (Krefeld) aus dem "Abraum" der Bohrung "C3/a29 o, u", die im Hülser Bruch durch das Umweltamt der Stadt Krefeld erfolgte, aufgelesen. Eine Herkunft der Hölzer aus einer torfigen Schicht, die im Profil ab 4,90 m (unter Festpunkt) ansetzte und bis 7,40 m reichte, wird angenommen. Die Holzstücke, an denen keine Bearbeitungsspuren vorhanden sind, haben Längen bis 13 cm und Querflächen von 4,5 x 1,5 cm bis 1,5 x 0,5 cm. Sie sind sehr hart und trotzdem splittrig. Die schwarze Färbung des Holzes wird gelegentlich im Inneren von schmalen rotbraunen Bereichen abgelöst. Dünnschnitte, die für eine Artbestimmung in den holzanatomischen Richtungen quer, tangential und radial erforderlich sind, ließen sich nur sehr schlecht herstellen. Die angefertigten Präparate wurden unter einem Durchlichtmikroskop bei 60-240fachen Vergrößerungen auf diagnostisch relevante anatomische Merkmale hin untersucht. Folgende Strukturen sind erkennbar: Alle Querschnittflächen zeigen stark gequetschte Strukturen. Nur partiell sind Poren als solche eindeutig zu erkennen; in diesen Bereichen scheint die Anordnung der Poren auf "zerstreutporiges Laubholz" zu deuten.

Anhand der Längsrichtungen tangential und radial lassen sich zwei Holztypen fassen:

  1. Fünf Stücke haben 1-reihige Holzstrahlbreiten, zudem sind die Holzstrahlen heterogen und lassen große Tüpfelungen in den sog. Kreuzungsfeldern erkennen. Diese Stücke dürften zum Salix-Holztyp (Weide) gehören. Es hat den Anschein, als hätten die untersuchten Fragmente einst zusammengehört, doch passen sie nicht mehr direkt aneinander.
     

  2. Ein Stück weist 1-reihige Holzstrahlbreiten auf und leiterförmige Gefäßdurchbrechungen mit etwa zehn engstehenden Sprossen. Hierbei könnte es sich um den Alnus-Holztyp (Erle) handeln. Weide und Erle sind Gehölze, die heute von Natur aus an Gewässerufern wachsen, die periodischen Überflutungen unterworfen sind. Die niedergebrachte Bohrung, aus deren Inhalt offenbar die untersuchten Hölzer kommen, erfolgte im Hülser Bruch an einer Rinnenkante entlang des heutigen Hülser Bergs. Die topographische Lage und das gemeinsame Vorkommen dieser beiden Holztypen legen nahe, dass zeitweise überschwemmte Gewässerränder als geeignete Standorte für Weide und Erle existierten. Vorausgesetzt, die Hölzer sind nicht weit verlagert, dann spiegelt sich hier Bestandteile der lokalen Gehölzvegetation wieder. Zu einer möglichen zeitlichen Einordnung der Hölzer ist anhand der Holzartbestimmung keine Aussage zu machen. Die Schichtbeschreibung " Braunkohle + Ton, s" auf der mir vorliegenden Profilzeichnung könnte treffend sein, da es sich bei den darüberliegenden Schichten offensichtlich um Kiese und Sande der Niederterrasse handelt, welche am Fuß des Hülser Bergs durchaus bis in 5 m Tiefe reicht.

    (frdl. mdl. Mitt. Dr. RENATE GERLACH / RAB Bonn)

 

 

 

 


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