Im Hintergrund eine Fundkarte von Albert Steeger    

Herzlich willkommen auf den WorldWideWeb-Seiten der Archäologie in Krefeld . . . . . . . . . . Hier vermitteln wir Spannendes und Wissenswertes über Archäologie im Internet . . . . . . . . . . Jetzt neu auf unseren Seiten das virtuelle Museum Burg Linn . . . . . . . . . . Und Neuigkeiten von archäologischen Ausgrabungen des Museums Burg Linn im Stadtgebiet von Krefeld . . . . . . . . . . Wußten Sie schon, dass es in Krefeld-Elfrath einen rekonstruierten römischen Tempel gibt ? ? ? ? ?. . . . . . . . . . Oder dass es in Krefeld-Gellep das größte zusammenhängende und modern ausgegrabene römisch-fränkische Gräberfeld nördlich der Alpen gibt ?. . . . . . . . . . Wenn nicht, dann schauen Sie sich unsere Webseiten der Bodendenkmalpflege an.


Logo von Detlef Stender. Das Symbol zeigt das Stadttor und die Mauer von Gelduba und darüber einen Würfel. Im Hintergrund fließt der Rhein.
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Museumsrundgang

 

Erdgeschoss

Raum 2

Museum
Burg Linn
 
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Vor- u. Frühgeschichte

 Haus und Speicher von Vreden

as wichtigste Gebäude des Hofes war das Wohn-Stall-Haus, das es im übrigen nur am Niederrhein und im weiteren nordeuropäischen Raum gab. Im Süden, im Verbreitungsgebiet der Latènkultur, wurden dagegen Stallungen und Wohnräume immer getrennt errichtet.

Untergebracht wurde jedoch nicht der gesamte Nutzviehbestand sondern nur das Rindvieh. Im Haus von Vreden haben sich Spuren von 14 Boxen, 7 auf jeder Seite, erhalten. Wahrscheinlich standen die Rinder mit dem Kopf zur Wand und nicht - wie heute - zur Diele oder zum Mittelgang. Die kleinwüchsigen Rinder konnten auch so leicht gefüttert werden und man erreichte einen größeren Schutz der Wand gegen den aggressiven Stalldung.

Normalerweise wurden die Häuser durch zwei breite Eingänge der Längsseiten erschlossen. Bei großen in Vreden, konnte eine zusätzliche Türe in. Durch die Eingangstüre in drei Abschnitte unterteilt den diele in der Mitte und den Wohnteil abgetrennt durch niedrige Zwischenwände wurde jedoch höchstens der Stall. Der übrige Raum blieb offen.

Die Querdiele enthielt in der Regel keine Einbauten. In Ausnahmefällen konnten hier jedoch eine mit Holzbohlen abgedeckte Vorratsgrube untergebracht sein. Zur festen Einrichtung des Wohnteils gehörte nur die Feuerstelle. In Vreden lag daneben jedoch ausnahmsweise auch ein Backofen. Aus Platzgründen und wegen der besseren Belichtung wurden Backöfen meist außerhalb der Häuser angelegt.

Im Boden verankerte Bänke sind bislang nur aus der älteren Bronzezeit (Telgte) bekannt. Sie lagen in einem  Falle hufeisenförmig und in einem anderen doppelhufeisenförmig um die Herdstelle mit einem Abstand von 1 - 2 m zur Außenwand.

Die Bauweise der eisenzeitlichen Häuser war sehr einfach da Sie ohne die Hilfe ausgebildeter Handwerker allein von den  Bewohnern errichtet werden mussten. Zunächst stellte man Holzpfosten in Gruben auf, die dann zu einem Gerüst für das Dach verbunden wurden.

Die Verbindungen zwischen den Pfosten und Längs- Bzw. Querhölzern, wurden schon z. T. über Zapfen und Einkerbungen (Blattungen) hergestellt. Die Sicherung erfolgte aber  wohl meist noch nach alter Art durch Zusammenbinden. Daher auch der Name "Bindung". Nach der Eindeckung mit Stroh konnte man alle weiteren Arbeiten im Trockenen erledigen. Als letztes wurde die Wand eingezogen und mit Lehm abgedichtet
 (
siehe Raum 1 / Küche). Damit war das Haus geschlossen.

Das für den Hausbau benötigte Bauholz wurde noch nicht gesägt, sondern lediglich mit Beil und Spaltkeil bearbeitet. Neben Rundhölzern (Vollhölzern) verwendete man auch gespaltete Stämme (Halb- und Viertelhölzer), die z. T. mit dem Beil weiter zugerichtet wurden. Auch Bretter für Türen und Bänke wurden aus Spalthölzern hergestellt.


 Wasser

ie Wasserversorgung der Höfe wurde soweit irgend wie möglich über natürliche Gewässer vorgenommen. Brunnen scheint man nur in Ausnahmefällen oder in größeren Siedlungen angelegt haben. Dennoch war der Ziehbrunnen mit einem ausgehöhlten Baumstamm als Brunnenröhre - die übliche Brunnenform im hohen Mittelalter - bereits in der jüngeren Bronzezeit bekannt, wie ein Fund aus Krefeld-Verberg zeigt. 

Eine andere Brunnenform ist der Schöpfbrunnen. Dieser Brunnen bestand aus einer flachen Holzfassung auf dem Grund einer größeren Grube, in der Wasserholer über einen hölzernen Steigbaum oder eine Erdrampe hinabsteigen musste. Auf einer hölzernen Plattform konnte er dann niederknien und Wasser schöpfen, ähnlich wie an einer ausgebauten Schöpfstelle an einem Bach. Es ist ein Beispiel aus der älteren Bronzezeit bekannt (Warendorf), bei dem ein solcher Schöpfbrunnen in einem ausgetrockneten Bachbett angelegt worden war.


 Zäune

olzäune aus Pfahlreihen oder Flechtwerk wie hier in Vreden sind aus der Eisenzeit - im Unterschied zur Römerzeit und zum Mittelalter - nur selten belegt. Vermutlich bediente man sich meist lebender Hecken. Ganz darauf verzichten konnte man nicht, da zumindest die Gemüsegärten gegen Vieh- und Wildschaden geschützt werden mussten.

 

 Hof der ausgehenden Eisenzeit von Vreden um Chr. Geburt

reden liegt am nordöstlichen Rand des Verbreitungsgebietes der Niederrheinischen Grabhügelkultur, doch ist das Wohn-Stall-Haus des Hofes ein besonders typischer Vertreter der am Niederrhein hauptsächlich verbreiteten Hausform. Die meisten Hausgrundrisse sind allerdings in den Niederlanden gefunden worden. Bekannt wurden vor allem die zahlreichen Häuser von Haps und Oss. Am deutschen Niederrhein fehlt es dagegen noch an systematischen Grabungen. Neben dem Haus von Emmerich-Praest (siehe Raum 1 / Küche) liegt nur ein unvollständiger Grundriß aus Dinslaken-Bruckhausen vor.

 

(Grabung 1938 durch R. Stampfuß)

Abb. 1
Wohn-Stall-Haus von Vreden mit Viehfutterspeicher Grubenhaus Vorratsspeicher und Hofzaun. Modell
 

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